Abenteuer Leben

Das ist es, das Leben! Ein einziges Abenteuer. Du weißt nie, was als Nächstes passiert. Das Leben plant – nicht wir! Deshalb ist und bleibt es spannend und aufregend, aber auch unheimlich lehrreich.

Momentan erleben wir eine oft nervenzehrende und herausfordernde Zeit, in unserem Abenteuer. Doch es ist auch eine echt gute Zeit, daher nutze sie so gut du kannst. Sie ist uns hilfreich und dient uns, für einen inneren Großputz, wenn wir es zulassen…. Denn bei diesem Großputz wird so einiges sichtbar. Die Frage ist, inwieweit du bereit bist alles sehen zu wollen?!

Überprüfe selbst:

Wo bin ich noch nicht ganz ehrlich zu mir und somit auch nicht zu meinen Mitmenschen? 

Gibt es noch Dinge, die ich verstecke und unterdrücke, weil sie mir peinlich sind? 

Wann zeige ich mich noch nicht ganz?

Kümmere ich mich immer noch darum, was andere von mir denken?

Bin ich ein Harmonie-Junkie oder halte ich auch Disharmonien aus und kann dazu stehen?

Wo mische ich mich in das Leben der anderen ein und wo möchte ich sie noch anders haben als sie sind? (Das gilt auch für Partner und Kinder)

Lebe ich mehr im Leben der anderen und in deren Geschichten oder lebe ich mein eigenes Leben?

Welche Beziehungen bestehen noch in meinem Leben, obwohl sie mir nicht mehr dienen und schon lange leer sind?

In welchen Situationen gehe ich nach wie vor in den Zweifel oder in die Angst und gebe mein Vertrauen ab?

Alle Themen/Beziehungen, die nicht heil in dir sind, zeigen sich jetzt verstärkt, damit du dich diesen Themen noch einmal stellst. Denn nicht nur die Welt ist im Umbruch und im Wandel, sondern auch wir Menschen.

Ich möchte euch gerne ans Herz legen, das Selbst zu erforschen, weil es die Antwort ist auf viele eurer Fragen. Dabei werden einige Dinge wegfallen, die einfach nicht mehr wichtig sind. Befreit euch davon. Kommt mehr in die Einfachheit. Wenn wir umziehen, dann misten wir auch vorher aus und nehmen nicht mehr alte, kaputte Sachen mit. Nein, wir machen uns leichter, befreien uns von aussortierten Dingen und richten uns neu ein bzw. aus. Etwas Neues darf entstehen.

*

Von Selbstlügen und Wahrhaftigkeit

Vor kurzem hörte ich eine Frau zu ihrem wütenden Mann sagen: „Geh mal mehr in den inneren Frieden, du bist viel zu wütend! Das tut dir nicht gut!“

Dabei sah ich mir nicht den wütenden Mann an, sondern eher seine belehrende Frau, denn als ich diese Aussage hörte, fragte ich mich: „Wem tut die Wut wohl nicht gut?“

Es ist zwar bestimmt angenehmer, friedvoll zu sein als im Unfrieden und wütend, aber was nützt es dir, wenn du das nicht wirklich bist?! Du drückst etwas weg, was gelebt werden möchte, lügst dich dabei selbst an und was noch viel schlimmer ist, dass du das eigentliche Gefühl, das darunter liegt, nicht sehen/fühlen möchtest, weil du es als negativ und schwach bewertest. An deinen wahren und echten Gefühlen ist aber nie etwas verkehrt!! Gib ihnen den nötigen Raum, damit sie sich zeigen dürfen und verurteile dich nicht dafür, sondern stelle dich ihnen. Wahrscheinlich drängen sie sich schon länger auf, weil sie endlich von dir gesehen und gefühlt werden wollen.

Außerhalb meiner Arbeit stehe ich manchmal vor Menschen, die Sätze von sich geben, die sie aus spirituellen Büchern oder Zeitschriften gelesen haben. Doch NICHTS von dem wird auch wirklich von ihnen gelebt. Vielleicht für kurze Momente, doch ihr Schatten (der nicht gelebte und unterdrückte Teil), wird sie eines Tages wieder einholen.

Da gab es einen jungen Mann, der von sich behauptete, „komplett frei“ zu sein. Ich spürte allerdings nur leere Worte, die keinerlei Kraft hatten. „Ich wäre gerne komplett frei“ wäre treffender gewesen, denn der Rest des Körpers fühlte sich befangen und angespannt an. Hier erzählte mir nur der Kopf eine Story, aber nicht das Herz. Wie traurig, wenn sich Menschen nicht wahrhaftig zeigen und stattdessen etwas aufsetzen.

Als ich mich irgendwann mit dem Thema Erwachen/Erleuchtung intensiv auseinandersetzte, war ich erstaunt darüber, wie viel angeblich Erwachte herumlaufen und sogar Seminare geben und Bücher schreiben. Die wenig wirklich Erwachten, denen ich begegnet bin, mussten mir gar nichts verkaufen. Sie waren einfach sie selbst oder sagen wir besser, sie wussten, wer sie in Wirklichkeit waren, und das hatte nichts mit einer Person zu tun. Ob sie als spirituell bezeichnet wurden oder nicht, war nicht von Bedeutung.

Einer meiner großartigsten Lehrer war das komplette Gegenteil von dem, was man unter spirituell oder erleuchtet versteht. Er meditierte nicht, rauchte täglich seine paar Zigaretten und ernährte sich weder vegan noch vegetarisch. Er hatte einen wahnsinnig genialen Humor und pfiff darauf, wie andere ihn sahen. So lustig er sein konnte, so wütend konnte er auch werden. Mit seiner Meinung hielt er nicht hinterm Berg. Konnte austeilen und mit Schimpfwörtern nur so um sich schmeißen, aber sich auch immer herzlichst entschuldigen. Er war der authentischste und wahrhaftigste Mensch, den ich je kannte! Leider hat er die Welt schon verlassen, zumindest sein Menschenkleid und ich vermisse ihn sehr, aber die Verbindung ist geblieben.

Fangt an, wahrhaftig und authentisch zu leben und zwar so, wie ihr programmiert seid. Ihr könnt euch nicht umprogrammieren, höchstens das Programm verstehen und vertiefen lernen. Und wenn ihr durchschaut habt, wer ihr wirklich seid, habt ihr es nicht mehr nötig, irgendwelche Masken zu tragen! Es ist eine ungeheure Erleichterung und Befreiung, alles sein zu dürfen, denn das Sein hat weder Vorgaben noch Grenzen. Das Sein ist es, was wir sind und es existiert VOR einem Ich. Das Ich (die zeitgebundene Person) erscheint nur darin.

Neulich sagte eine Klientin zu mir, sie könne sich gar nicht vorstellen, dass ich mal ausflippe oder ausfallend werde. Ich sagte zu ihr: „Da muss ich dich leider enttäuschen. Ich kann beides ziemlich gut, denn dieser Körper-Geist-Organismus kann Ungerechtigkeiten nicht ausstehen oder Menschen, die meinen, mich maßregeln zu müssen.“

Wenn ich mich früher über jemand aufgeregt hatte, der mich unberechtigterweise im Straßenverkehr blöd anmachte, dann machte ich mir zur Gewohnheit, statt denjenigen zurück zu beschimpfen, ein „Der Friede sei mit dir“ zuzuwerfen. Das sollte angeblich helfen, um in seinem eigenen Frieden zu bleiben. Das Ende vom Lied war jedoch, dass ich vor lauter unterdrückter Wut irgendwann ein „Der Friede sei mit dir…du Arschloch!“ raushaute. Das ist ein Beispiel dafür, wenn man sich mit friedlichen Wörtern schmücken will, die man in einem Buch gelesen hat, sie aber überhaupt nicht wirklich fühlt. ; )

Heute kommen die Worte recht „unverblümt“ aus mir heraus, dafür ehrlich und direkt, weil ich diese Klarheit im Umgang mit meinen Mitmenschen sehr liebe und schätze. Jeder weiß, woran er ist. Dabei darf es auch mal disharmonisch sein. Wenn du mit allem damit im Reinen bist, darf alles sein. Es ist immer DAS, WAS IST. Und ich liebe es, wenn Menschen sich zeigen, egal in welchen Situationen, Hauptsache ohne Maske!

Wenn ich mich also noch einmal an die Frau erinnere, von der ich am Anfang geschrieben habe, muss ich leider sagen: Was für ein Mindfuck! Warum darf ihr Mann nicht wütend sein, wenn Wut aber das ist?! Die Frage ist doch vielmehr, in welcher Angelegenheit befindet sie sich gerade? Geht es um ihr Leben oder das ihres Mannes?

Sag das mal einem Kind, wenn es wütend ist, es soll nicht wütend sein, sondern brav. Was machen die meisten Kinder mit solchen Aussagen? Richtig – nichts! Sie wissen nämlich gar nicht, was die Erwachsenen damit meinen! Genauso wenig hilft es, wenn du zu einem Kind sagst: „Du musst doch keine Angst haben, das ist doch gar nicht schlimm!“ Funktioniert das? Nein. Wenn Angst da ist, ist Angst da und das einzige, was du machen kannst, ist das Kind in den Arm nehmen und ihm Halt und Liebe geben, damit es, wenn es soweit ist, aus der Angst ins Vertrauen kommen kann. Doch wann, bestimmt das Kind selbst und nicht der Erwachsene.

Bei Freude sagt doch auch keiner, „das darf jetzt aber nicht sein“. Wenn Freude da ist, drückt sich eben Freude aus. Kinder kommen gar nicht erst in den Mindfuck, weil sie immer im Jetzt sind und sie nur darauf reagieren, was sich aufdrängt und jetzt dran ist. Das lernen Erwachsene erst wieder durch verschiedene Therapieformen, denn sie haben es verlernt, vor lauter Masken tragen, um sich einer Gesellschaft anzupassen und zu gefallen.

Überprüft, wo ihr euch noch selbst anlügt. Schaut eure Schatten an, sie zeigen euch, wo ihr euch noch nicht ganz fühlt. Stellt euch ihnen und seid kompromisslos ehrlich. Wenn nicht jetzt, wann dann? Jetzt ist die beste Zeit dafür, weil wir durch die sogenannte „Pandemie“ auf uns selbst zurückgeworfen werden, um Dinge anzuschauen, die in uns noch nicht belichtet wurden. Erlaubt euch ALLES zu fühlen….Neid, Hass, Eifersucht, Zorn, Scham, Schuld und auch Zweifel….all die Dinge, die wir gerne verstecken, damit sie keiner sieht. Genau davor läufst du weg. Ein spiritueller Mensch zu sein, heißt nicht, im „Friedenskleid“ rumzulaufen, sondern WAHRHAFTIG und ECHT zu sein.

Die „Corona Zeit“ macht vieles sichtbar. Vieles, was davor auch schon nicht heil war. Dafür ist sie da. Sie beschleunigt einiges. Wenn du diese Zeit wirklich nutzen willst, dann schau noch einmal genau hin. Mit was identifiziere ich mich? Bin ich wirklich dieser Körper oder ist dies nur eine Verkleidung? Wer habe ich all die Zeit gedacht, wer ich bin?

Konzentriert euch nur darauf. Wir müssen nicht wissen, wie das Spiel hier ausgeht – es ist nicht wichtig, weil es immer nur um das JETZT geht. Und das Jetzt beinhaltet ALLES – es trägt alles schon in sich. Mehr musst du gar nicht wissen. Gehe Schritt für Schritt und sehe jeden Tag das Leben als ein einziges Abenteuer. Achte auf deine Impulse und folge ihnen. Das ist alles.

oneLove